Grenzenlos - Hunger. Grenzenlos - Krieg. Grenzenlos - Flucht. "Infinite Justice" - Grenzenlose Gerechtigkeit. Danke Nato!
Mit diesem Transparent bezog das "Komitee gegen amtlichen Rassismus" (KogamRa) Stellung zu den geplanten militärischen Aktionen der USA und der NATO.
"Angesichts der krisenhaften Lage ist es gerade jetzt wichtig, sich gegen den um sich greifenden Rassismus einzusetzen", sagte Susanne K. von KogamRa, "vielleicht sind auch deshalb so viele Leute zu unserer Aktion im Hauptbahnhof gekommen". Rund 300 Kölner und Kölnerinnen protestierten am Samstag mittag gegen die rassistischen Kontrollen des Bundesgrenzschutzes im Kölner Hauptbahnhof.
Zuvor hatte KogamRa der Presse einen Zwischenbericht seiner Beobachtungen während der letzten neun Monate vorgestellt. Danach werden tagtäglich Menschen, die anders aussehen als der durchschnittliche Europäer von BGS-BeamtInnen auf demütigende Weise kontrolliert. Diese staatlich verordnete Diskriminierung wird nicht selten verstärkt durch unhöfliche Verhaltensweisen einzelner BGS-BeamtInnen. Bei Kontrollen müssen sich Betroffene Sprüche anhören wie: "Hände aus den Hosentaschen, wenn ich mit Dir rede".
Mit Musik des Trios "Magic Street Voices" und Trillerpfeifen zogen DemonstrantInnen auf Gleis 8. Dort empfingen sie Mitglieder von "The Voice" aus Iserlohn und Dortmund. Heute mussten sie keine Kontrollen durch den BGS befürchten. Statt dessen wurden sie mit Sekt und Solidaritätsbekundungen begrüßt. Der Kölner Kabarettist Heinrich Pachl verurteilte in einem Redebeitrag die herrschende Praxis des BGS als menschenverachtend.
Mitglieder der Flüchtlingsorganisation "The Voice" berichteten von ihren Erfahrungen an Bahnhöfen. "Ständig muss ich Kontrollen befürchten - das ist psychische Schikane", sagte Cornelius Youfenyi. "Wir nehmen das nicht länger hin und übertreten demonstrativ die Verordnung über die Residenzpflicht", ergänzte Cho Lucas von "The Voice", "es gibt keine Weißen und Schwarzen. Wir sind alle Menschen, denen die gleichen Menschen- und Bürgerrechte zustehen". Nach Paragraph 56 Asylverfahrensgesetz begeht ein Flüchtling eine Ordnungswidrigkeit, wenn er den Aufenthaltsort verläßt, den ihm eine zentrale staatliche Stelle zugewiesen hat. Im Wiederholungsfalle wird der Flüchtling mit Haft belegt. Das ist ein deutsche Spezialität, einzig in der gesamten Festung Europa.
Um 14 Uhr fuhren Flüchtlinge und UnterstützerInnen weiter nach Aachen. Dort empfing sie die Inititative "Bürger beobachten den BGS" (BBB). Hermann-Josef D. forderte die PassantInnen in der Bahnhofshalle auf, bei rassistischen Kontrollen einzugreifen und der Kriminalisierung der Flüchtlinge entgegenzutreten. Als BGS-Beamte versuchten, die Kundgebung zu stoppen, kam es zu körperlichen Übergriffen. BGS-Beamte versuchten, einem Sprecher von "The Voice" das Megaphon zu entreißen.
Die Kundgebung wurde nach diesem Zwischenfall auf dem Bahnhofsvorplatz fortgesetzt. Dort zeichnete Bundesinnenminister Otto Schily in einem Sketch des BBB den BGS-Beamten Reiner Blick aus. Wegen besonderer Verdienste, weil er eine nach Deutschland ausgereiste Afghanin ohne gültige Ausweispapiere wachen Auges aufgegriffen und der Abschiebung zugeführt habe. Als Preis erhielt Reiner Blick neben einem Paar Handschellen in Sterling-Silber auch eine Polizeihundeschulung, um künftig "Illegale" auch am Geruch erkennen zu können...
Die an der Aktion beteiligten Initiativen kündigten weitere Beobachtungen und Aktionen an.

verwirrend? eben!
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die Aachener Aktion BBB
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Wer Menschen wegen ihrer Hautfarbe oder Herkunft diffamiert...
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...bleibt draußen??
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