Nach Fußballspielen Nazi-Randale in der gesamten Region
Im Anschluß an das Endspiel der Fußballweltmeisterschaft ist es in mehreren Städten der Region zu ausländerfeindlichen Ausschreitungen unter Beteiligung von Neonazis gekommen.
Auf dem Aachener Markt dominierte ein 50-köpfige Hooligan-Gruppe das Geschehen. In dieser Gruppe hielten sich vereinzelte Neonazis auf, die mehrfach den Hitlergruß zeigten und mit einer Reichskriegsfahne wedelten. Einer Gruppe feiernder brasilianischer Fußballfans wurde unter rassistischen Pöbeleien das Betreten des Marktplatzes verwehrt. Mehrfach provozierten Personen aus dem Neonazi-Umfeld Schlägereien, u.a. wurde der in Erkelenz wohnhafte 30-jährige Skinhead Michael Brandt hierbei erkannt. Ebenfalls vor Ort waren vereinzelte Mitläufer aus dem Umfeld der "Kameradschaft Aachener Land" sowie der langjährige Nazi-Kader Reinhard Wolter (ehemals "FAP", heute in der rassistischen "Artgemeinschaft" aktiv) aus Würselen.
Der harte Kern der "Kameradschaft Aachener Land" um die NPD-Familie Büttgen nutzte den Fußball-Jubel in der Dürener Innenstadt zur Verbreitung neonazistischer Propaganda. Auch diese Gruppe provozierte mehrfach Schlägereien. Zum gewalttätigsten Vorfall des Tages kam es in Eschweiler (Kreis Aachen); hier griffen mehrere Neonazis eine Gruppe MigrantInnen mit Flaschenwürfen an und skandierten rassistische Parolen.
Bereits nach dem Fußballspiel Deutschland - Südkorea am 25. Juni hatten sich in Aachen auch zahlreiche Neonazis in den nationalen Freudentaumel gemischt.
Schwerpunkt war die Kneipe "Köpi-Treff" (Seilgraben/Großkölnstraße), in und an der sich unter dem Skandieren fremdenfeindlicher Parolen bis zu 30 Neofaschisten versammelt hatten. Auch am Markt und um die Gaststätte "Kaktus" (Pontstraße) hielten sich größere Personengruppen aus dem örtlichen Hooligan-Umfeld auf, die der Grauzone zum Neofaschismus zugerechnet werden können.
Zu einer Auseinandersetzung zwischen einer Gruppe aus diesem Umfeld und einzelnen AntifaschistInnen kam es am frühen Abend im Bereich Pontstraße/ Templergraben. Nachdem die 'bierseeligen Deutschländer' faschistische Parolen skandiert hatten und von AntifaschistInnen dafür zur Rede gestellt worden waren, kam es zu Handgreiflichkeiten, in deren Verlauf die Neonazis die Flucht ergriffen. Weitere zeitweise in der Luft liegende Auseinandersetzungen blieben im großen und ganzen aus.
Schließlich noch berichteten afrikanische und asiatische Studierende von fremdenfeindlichen Pöbeleien im gesamten Stadtgebiet. Als Täter wurden zumeist ansonsten unauffällige "Normalbürger" beschrieben.
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