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antifaschistische nachrichten aus hochschule, aachen und rest der welt

Sieben Männer und zwei Frauen im Alter von 17-23 Jahren sind am frühen Morgen des 14. Juli von der Polizei in Gewahrsam genommen worden. Sie waren randalierend durch Stolberg gezogen, hatten dabei faschistische Parolen - u.a. "Sieg Heil" und "Ausländer raus!" - skandiert und einen nicht-deutschen Anwohner bedroht. Bei Hausdurchsuchungen hat die Polizei nach eigenen Angaben Flyer und zahlreiche CDs sichergestellt.

Da üblicherweise solche Hausdurchsuchungen während der Gewahrsamsdauer von Beschuldigten dazu dienen sollen, belastendes Material im Sinne des Tatvorwurfs - hier: Volksverhetzung und Verwendung von Symbolen verbotener Organi- sationen - zu finden, ist davon auszugehen, daß es sich bei den beschlag- nahmten Gegenständen um Nazi-Propaganda handelt. Dennoch redet die Polizei inzwischen von "normalen Jugendlichen", die nach einer Kneipentour betrunken auf dem Heimweg waren, bisher nicht auffällig geworden und überhaupt ganz nett seien. Offensichtlich versucht also auch die zuständige Aachener Polizei das in vielen Städten übliche Muster der Verharmlosung von Neonazi-Aktivitäten zu übernehmen: "In unserer Stadt gibt es keine rechtsextremen Strukturen..."

Nun gut, Stolberg ist als traditionelle Hochburg der Faschisten hinlänglich bekannt (Wiking-Jugend, DVU, kameradschaftsähnliche Jugend-Cliquen) - also fragen wir auch lieber nicht nach der Stolberger Normalität. Dem Antifaprojekt liegen jedenfalls Informationen über die Tatbeteiligung einer bestimmten Personengruppe vor, die an besagtem Abend auch anderenorts auffällig geworden und AntifaschistInnen schon länger ein Begriff ist. Wir werden diesen Informationen weiter nachgehen und der Verharmlosung von "Heil Hitler"-Gebrüll und ausländerfeindlichen Drohungen entschieden entgegentreten.