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Quelle: Pressegruppe 12. Antifa-Workcamp Montag, den 24. 7. 2000
Erfahrungsaustausch ohne große Beteiligung
Als die polnischen Antifaschisten endlich mit ihrer Infoveranstaltung beginnen konnten,
waren schon anderthalb Stunden verstrichen. Ob deshalb nur so wenig sich an der
Veranstaltung beteiligten, oder es allgemein kaum Interesse gibt, sich informativ und
inhaltlich auszutauschen, ist mir noch nicht ganz klar. Dessen ungeachtet waren die
Ausführungen sehr interessant - gerade für die grenzübergreifende Zusammenarbeit ist es
wichtig, die Situation der Aktiven vor Ort zu kennen. Die Situation in Polen ist schwer zu
vergleichen mit der hier - nationalistische, antisemitische und patriarchale Denkweisen
sind von der extremen Rechten bis hin in die Linke tief verwurzelt.
Klar - jeder wird jetzt sagen, das ist hier nicht anders - recht hat er! Doch in Polen
sind, durch den starken Einfluß der katholischen Kirche, andere Verhältnisse zu
beobachte - jeder, der schon mal einige Zeit in den südlichen Bundesländern (Bayern,
Baden-Württemberg) verbracht hat, wird wissen, dass dort die Vermittlung von
emanzipatorischer Politik noch schwieriger ist. Die polnischen AntifaschistInnen haben es
nicht nur mit Ablegern der internationalen Nazi-Netzwerke wie Blood & Honour und
Hammerskins zu tun, sondern auch mit den seit Jahrhunderten bestehenden Strukturen der
katholischen Kirche. Das Zusammenspiel zwischen dem Klerus und den prügelnden Nazihorden
funktioniert folgendermaßen: Die geistlichen "Würdenträger" verbreiten die
menschenverachtende Ideologie und die Durchsetzung auf den Straßen besorgen die Faschisten.
Nur wenige Menschen stellen sich in Polen dagegen - diesen gilt unsere ganze Solidarität!
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