Quelle: R.O.T.K.Ä.P.C.H.E.N.

Geschichte des "Antifa-Workcamps" Buchenwald



Das erste Jahr in dem sich 9 Antifaschisten, mit dem "Antifa-Workcamp" an der Erhaltung der Gedenkstätte Buchenwald und der Auseinandersetzung mit den Angriffen auf die Geschichtswiderspiegelung dieses Ortes engagierten,war 1990.

Damals war die Situation sehr ernst. Es wurde teilweise offen darüber diskutiert, die Gedenkstätte zu schließen. Das aber nicht nur wegen des angeblichen Geldmangels, sondern vielmehr wegen deren Aussage. Dort wurde an den Sieg über den Faschismus gedacht. Dort war die Kraft der Solidarität unter unmenschlichsten Bedingungen sichtbar. Dort wurde an den unbeugsamen Widerstand von Kommunisten, Sozialdemokraten und vieler anderer Häftlinge erinnert, der vielfach antikapitalistischen Ursprung hatte. Das paßte gar nicht in die Zeit, in der man alles was weitestgehend links, sozialistisch oder gar kommunistisch belegt war, schleifen wollte.

In den folgenden Jahren nahmen immer mehr AntifaschistInnen an dem Camp teil. Das lag auch daran, das in den ersten Jahren kaum Widerstand der "Gedenkstättenleitung" gegen unser Engagement vorhanden war. Es waren halt "junge Leute", in überschaubarem Rahmen, die nicht nur Arbeiten machten, für die man ansonsten viel Geld ausgeben müßte, sondern um die man sich nicht sonderlich kümmern mußte weil sie sich selbst organisierten.

Die Zunahme der Teilnehmerzahlen läßt sich unserer Meinung nach aber hauptsächlich an den politisch selbstständigen Antifaschismus und auch unserer konsequenten Selbstorganisation fest machen. Im Camp hat jeder eine Stimme und Verantwortung. Es ist basisdemokratisch strukturiert und es gibt keinen "Führungsklüngel", sondern Verantwortungsträger, die sind wählbar und gegenüber allen rechenschaft-pflichtig. Und das funktioniert!

Diese Basis trägt auch den Faktor, daß sich das Camp auch bewußt anderen politischen Themen nicht verschließt. Dort wurden schon immer aktuelle politische Prozesse diskutiert, ehemalige Häftlinge waren bei uns zu Besuch und viele andere Aktivitäten wie Vorträge, Lesungen und auch Demonstrationen sind Teil unseres Camps. ...


Fortsetzung hier!