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aachener nachrichten (an)
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12.10.2001
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Ärger an FH und RWTH
Aachen. Dicke Luft an der RWTH, das Thema Rasterfahndung erhitzt die Gemüter. Während die Hochschulleitung grünes Licht gegeben hat für den großen Datenabgleich, behält sich der AStA juristische Schritte vor. Und das Antifaprojekt fordert gar den Rücktritt von Rektor Rauhut. Dieser hatte dem AStA-Vorsitzenden Jan Guntowski mitgeteilt, die TH werde "sich einer richterlich angeordneten Herausgabe von Daten im Rahmen einer Rasterfahndung nicht widersetzen, da und soweit diese im Rahmen der geltenden Gesetze stattfindet. Dabei wird verwaltungsintern auch der Datenschutzbeauftragte der RWTH zugezogen werden."
Obwohl Rauhut in der "Maßnahme" keine "Diskriminierung ausländischer bzw. muslimischer Studierender" erkennen kann, hat das Antifaprojekt an den Aachener Hochschulen den Rektor aufgefordert, von seinem Amt zurückzutreten. Begründung unter anderem: Durch die Rasterfahndung werde "das friedliche Miteinander der Studierenden nachhaltig gestört".
Der AStA sieht die Dinge nicht ganz so fundamentalistisch, will aber alle rechtlichen Schritte und juristischen Optionen prüfen, um die Rasterfahndung zu verhindern. Eine Rechtsanwältin ist eingeschaltet, zu anderen Hochschulen wird in dieser Angelegenheit enger Kontakt gehalten.
Für AStA-Chef Guntowski gehören zu den unangenehmen und damit zu verhindernden Begleiterscheinungen einer Rasterfahndung an den Aachener Hochschulen: speziell arabischstämmige Kommilitonen gerieten in Generalverdacht, in der Öffentlichkeit würden Ressentiments geschürt, die Unschuldsvermutung werde außer Kraft gesetzt. Und auch die totale Ungewissheit, was mit den riesigen Datensammlungen letzten Endes geschehe, sei alles andere als gut.
Die Forderung der Studierendenvertretung lautet denn auch: nichts rausgeben; wenn aber doch, sei für größtmögliche Transparenz zu sorgen.
In diesem Zusammenhang wird nachhaltig gerügt, dass das Studentenwerk seinerseits schon alle Daten herausgerückt habe ("in vorauseilendem Gehorsam"), ohne dass überhaupt ein richterlicher Antrag vorgelegen hätte. Dies, so Guntowski, könne man nur mit völligem Unverständnis quittieren.
Auch der AStA der Fachhochschule teilte am Donnerstag mit, die FH-Studenten ließen sich nicht nach ihrer Herkunft oder Religion sortieren. Da genau dies bei der Rasterfahndung geschehe, sei der Vorgang "rassistisch". Rektor Buchkremer wird aufgefordert, "einer Beteiligung der Fachhochschule an der Rasterfahndung nicht widerstandslos zuzustimmen".
Derweil teilte das Polizeipräsidum am Donnerstag auf Anfrage mit, dass "die Polizei im Rahmen der Rasterfahndung auch an der TH schon tätig geworden ist". Allerdings nicht nur dort, sondern noch an vielen anderen Stellen, etwa im Einwohnermeldeamt.
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